CPÖ im Aufwind

Überraschungserfolg für einen 'freundlichen Fundi'

Bei der österreichischen Bundespräsidentenwahl gelang am Sonntag den CPÖ-Kandidaten Rudolf Gehring mit rund 5,4 % der Stimmen ein beachtliches Ergebnis, in Vorarlberg lag Gehring sogar vor der FPÖ-Kandidatin Rosenkranz - CPÖ wird bei Wienwahl antreten

"Wir sind zufrieden, wir haben die Stimmenanzahl von der Nationalrat mehr als verfünffacht. Der Zuwachs in absoluten Zahlen ist bei uns sogar mehr als der vom amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer." So kommentierte Gernot Steier, der Sprecher der CPÖ (Christliche Partei Österreichs) am Montag im Gespräch mit kath.net den Erfolg von Rudolf Gehring bei der Wahl zum Bundespräsidenten. Gehring hatte mit seinem christlichen Grundsatzprogramm bei der Wahl rund 5,4 % der Stimmen erhalten. Fischer selbst hatte erwartungsgemäß die Wahl mit 78,9 % gewonnen, unter den Erwartungen blieb Barbara Rosenkranz (15,6 %). Erstaunlich ist das Ergebnis in Vorarlberg, dort liegt Gehring mit 10,76 Prozent sogar vor Rosenkranz, die nur 8,11 Prozent erreichte. "Dass wir in Vorarlberg stärker als die FPÖ sind, hat bei uns für Jubel gesorgt." In absoluten Zahlen hatte die CPÖ österreichweit 157.712 Stimmen erreicht. Im Vergleich dazu erreichten sie österreichweit 2009 nur 31.080 Stimmen.

 

Die Tageszeitung "Die Presse" bezeichnte das Ergebnis von Gehring als ein "beachtliches Ergebnis". In einem Erklärungsversuch heißt es: "Zum einen wirkte der stets Ruhe ausstrahlende Christen-Kandidat, zumindest äußerlich, nicht als strenger Sittenwächter. Der „freundliche Fundi“ konnte so auch bürgerliche Wähler ohne streng katholischen Hintergrund ansprechen. Freilich sind viele Stimmen, die Gehring bekam, Proteststimmen. Deswegen inszenierte sich Gehring im Wahlkampf bewusst als Alternative zu Rosenkranz." Die "Presse" warnt aber auch davor, dass bei den nächsten Wahlen ein breiteres Angebot zur Verfügung stehe. "Und bis es mit Hilfe von oben für einen Einzug ins Parlament reicht, muss Gehring wohl noch oft nach Mariazell pilgern." Nichts desto trotz kündigt Gernot Steier gegenüber kath.net am Montag Vormittag an, dass man bei der kommenden Wienwahl im Herbst 2010 antreten werde.

 

Bei der Wählerstromanalyse stellte sich heraus, dass für 69 Prozent der Wähler die "richtigen Werte" ausschlaggebend waren, dem Kandidaten ihre Stimme zu geben. Beim amtierenden Präsidenten Heinz Fischer waren es 48 Prozent und bei der Freiheitlichen Kandidatin Barbara Rosenkranz nur 25 Prozent. Beide hatten mit "Werte"-Plakate geworben. Für die Gehring-Wähler waren die "richtigen Werte" am entscheidensten, gefolgt vom Motiv "Gehring ist Katholik".

 

 

 
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